Chronik

Kirchenchor Eggenrot - 1930


(stehend von links nach rechts - Josef Klozbücher, Anton Spang, Alois Schmid, Franz Böhm, Ida Vogel geb. Walter, Viktor Pfitzer, Franziska Mack geb. Seckler, Anna Rathgeb, Franz Rettenmeier, Frau Merk und Chorleiter Merk; sitzend - Berta Schmid, Maria Blümle geb. Köder, Gertrud Riek geb. Pfeffer)

Aus der Chronik des Chores

Der Chor der Kirchengemeinde St.Patrizius Eggenrot feierte 1997 seinen 100.Geburtstag. Dies war ein Anlass zurück zu schauen und zu erzählen, wie damals vor 100 Jahren alles begann.

Aufzeichnungen und Schriftstücke aus der Gründungszeit sind leider nicht mehr erhalten, da beim Einmarsch der amerikanischen Truppen am 22.04.1945 durch den Beschuss Kirche und Kirchturm stark beschädigt wurden und das Pfarrhaus völlig ausbrannte.

Die Geschichte des Chores blieb dennoch durch Erzählungen und mündliche Weitergabe ehemaliger Sängerinnen und Sänger erhalten. So waren unter anderem Anton Spang senior, welcher noch ein Gründungsmitglied war, und Berta Schmid viele Jahre im Chor aktiv und hielten die Vergangenheit des Chores bis heute lebendig. Berta Schmid wurde noch 1995 für 75 Jahre Sangesdienst geehrt und war somit das Chormitglied, welches am längsten dabei war.

 


Zusammenkunft am Fronleichnamsfest in Altmannsweiler - 1949

Die Gründung des Kirchenchores in Eggenrot ist eng mit dem Neubau der Kirche in den Jahren 1895/96 verbunden. Anstatt der Kapelle entstand ein größeres Gotteshaus. Der damalige Seelsorger der Gemeinde, Vikar Arthur Gutmann, war der Auffassung, dass solch eine Kirche nun auch einen eigenen Chor benötige. Unter Leitung des damaligen Lehrers der Volksschule entstand ein kleiner Chor aus Jungen und Mädchen des Dorfes und der Umgebung. Sie lernten zunächst eine zweistimmige lateinische Messe, welche sie dann in der neuen Kirche aufgeführt haben. Der Kirchenchor St.Patricius war entstanden.

Langsam wuchs daraus im Laufe der Jahre ein gemischter Chor, welcher jeden 2.Sonntag und an den Hochfesten den Gottesdienst mit einer lateinischen oder deutschen Messe mitgestaltete. Ebenso wurde auf jeder Beerdigung das Requiem gesungen, sowie die Oktav nach Fronleichnam mit täglich einer lateinischen Messe.

Außer der ältesten Messe „Stella maris“, die im Jahr 1943 gelernt wurde, gehörte zum Repertoire die „Große“ und die „Kleine Cäcilienmesse“, die Messe „O Königin voll Herrlichkeit“, die „Antoniusmesse“ und die „Herz-Jesu-Messe“

  • Zusammenkunft am Fronleichnamsfest in Altmannsweiler - 1949

8. von links - Chorleiterin Mechthilde Ilg

Kirchenchorausflug im Jahre 1950


(ganz rechts außen schaut ein junger Mann ums Eck - Patriz Kuhn)

Aber nicht nur geistliche Werke sondern auch weltliche Literatur wird gelernt und gepflegt. Denn neben dem Singen zur „Ehre Gottes“ war schon immer auch die Geselligkeit für die Chorgemeinschaft wichtig. So war es früher Tradition, dass der Chor am Nachmittag des Fronleichnamsfests zusammen saß und gemeinsam feierte - selbstverständlich mit viel Gesang. In späteren Jahren kamen Advents- und Cäcilienfeiern, Geburtstage (besonders die runden Geburtstagfeste) und Ehrungen, sowie Ausflüge hinzu.

  • Kirchenchorausflug im Jahre 1950

Kirchenchor und Kirchenstiftungsrat - 1959


(vordere Reihe - 5.von links ist Chorleiter Kühner, 5.von rechts sein Nachfolger Wendelstein)

Ein Höhepunkt in der Geschichte des Chores war sicherlich die Aufführung der ersten Orchestermesse. Am Christkönigsfest, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr 1994, sang der Chor erstmals die „Missa brevis in B“ von Joseph Haydn mit Orchesterbegleitung.

Aber nicht nur im Gottesdienst, sondern bei vielen anderen Anlässen, sei es beim Gemeindefest, bei Gemeindeversammlungen oder auch beim Dorffest, war und ist der Chor engagiert dabei - entweder durch den Gesang oder durch tatkräftige Mithilfe.

Chorleiter war fast immer der Lehrer des Dorfes, welcher gleichzeitig auch den Organistendienst übernahm. Namen wie Wörle, Fröhle, Merk und Stehle sind der älteren Generation in Eggenrot noch geläufig. In den Kriegs - und Nachkriegsjahren übernahm diesen Dienst im Alter von 12 Jahren Mechthilde Eggstein geb. Ilg.


Kirchenchor St.Patricius im Jubiläumsjahr 1997


(vordere Reihe - 5.von links ist Chorleiter Kühner, 5.von rechts sein Nachfolger Wendelstein)

Zu ihrer Zeit war unter anderem Pater Kühner Seelsorger der Gemeinde. Er hatte große Freude an der Kirchenmusik und unterstützte den Chor und seine Dirigentin. Oft war er bei den Proben dabei und wenn der Chor den Gottesdienst mitgestaltete, schlich er sich nach dem Segen für den Schlusschor schnell auf die Empore - besonders dann, wenn der Chor die Vertonung des 100. Psalm „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Carl Thiel sang.

Danach leiteten den Chor die Oberlehrer Kühner und Wendelstein.

Von 1969 bis 1994 war Patriz Kuhn Chorleiter. 25 Jahre lenkte er die Geschicke des Chores. Nach seinem Tod übernahm zunächst Karl Hägele das Amt des Chorleiters. Nach zweieinhalb Jahren „Aushilfe“ musste jedoch nach einem neuen Chorleiter gesucht werden. Für kurze Zeit war Joachim Kübler Dirigent, seit Februar 1997 ist dies Christine Mairle-Zirbs.

  • Kirchenchor St.Patricius im Jubiläumsjahr 1997